NEUES

13.01.2016

30.000 Euro für Sprachförderung

Sägewerk Streit macht nach Firmenjubiläum großherzige Spende an die Hausacher Schulen

Große Freude bei den Schenkenden und den Beschenkten: Das Sägewerk Streit, vertreten durch Jessica Braig (hinten, von links) und das Unternehmen Klaus und Ursula Henne überreichten den Hausacher Schulleitern Michael Fritz, Rainer Wittmann und Simone Giesler eine Spende von 30.000 Euro für die Sprachförderung. Die Viertklässler dankten mit einem französischen Lied. Foto: C. Ramsteiner

 

 Mittelbadische Presse - www.bo.de  - Mittwoch, 13. Januar 2016

 Von Claudia Ramsteiner

Das erfahren Schulen nun wirklich nicht alle Tage: Klaus Streit hatte statt Geschenken zum Jubiläum des Sägewerks Streit um Spenden für die Sprachförderung an den Schulen gebeten. Gestern überreichte er gemeinsam mit seiner Frau Ulla den Fördervereinen der drei Schulen insgesamt 30.000 Euro.

Hausach. Klaus Henne ist viele Wochen im Jahr in Frankreich unterwegs – seine Französischkenntnisse sind unverzichtbar für den Erfolg seines Sägewerks. Der Grundstock da- für wurde im Hausacher Gymnasium gelegt – mit guten Lehrern und vielen Schüleraustauschen mit Frankreich, die die Provokation eines Lehrers »Henne, du wirst nie Französisch lernen« ad absurdum führten.

Daran dachte er im Vorfeld des Jubiläumsfestes »150 Jahre Sägewerk Streit« im vergangenen Jahr. Wer will schon ohne Geschenk zu einem Jubiläum kommen? Und was soll ein Sägewerk mit 200 Topfpflanzen anfangen? Diese Fragen veranlassten Klaus und Ulla Streit dazu, sich »etwas Sinnvolleres« zu überlegen. Sie baten alle Geschäftspartner darum, statt einem Geschenk zum Jubiläum etwas für die Sprachförderung an den Hausacher Schulen zu spenden.

Sägewerk stockte auf

Dabei kam ein unglaublicher Betrag von knapp 25 000 Euro zusammen, den das Sägewerk noch auf 30 000 Euro aufstockte. Der Betrag sollte zunächst paritätisch auf alle drei Schulen aufgeteilt werden.

»Doch seither hat sich die Situation dramatisch verändert«, spielte Henne auf den großen Zustrom fremder Menschen aus den Kriegsgebieten an.

Die Graf-Heinrich-Schule bekam nun 15.000 Euro mit der Bitte, das Geld nicht nur für die Fremdsprachenförderung, sondern auch für den Deutschunterricht und die Integration der Flüchtlingskinder zu verwenden. Das Robert-Gerwig-Gymnasium und die Kaufmännischen Schulen erhielten jeweils 7.500 Euro.

»Frankreich ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in der EU«, sagte Peter Navarro, Vorsitzender der »Freunde des Robert-Gerwig-Gymnasiums« und selbst in einem international agierenden Unternehmen tätig. Er dankte im Namen aller drei Fördervereine für die große soziale Verantwortung, die das Unternehmerehepaar mit dieser Spende bewies.

Schulleiterin Simone Giesler zählte die vielen Ideen von Theateraufführungen über Schüleraustausche bis zu Lernmaterialien auf, die ein Arbeitskreis aus Lehrern der Graf-Heinrich- Schule ausgearbeitet hat und versprach, den Geldsegen nachhaltig einzusetzen. »Die Spende hat uns sehr beflügelt«, bestätigte Johanne Miller, die in diesem Kreis mitgearbeitet hat.

Schulleiter Michael Fritz will die Spende am Robert-Gerwig-Gymnasium vor allem für die Motivation zum Erwerb der französischen Sprache einsetzen, die neben Englisch und Spanisch immer mehr ins Hintertreffen gerate.

Humanität und Überblick

In den Kaufmännischen Schulen habe man die Situation, dass ab der 11. Klasse Schüler mit unterschiedlichsten Sprachbegabungen und wünschen zusammenkommen, denen man in drei Jahren gerecht werden müsse. Die Schule sei glücklich über die großzügige Spende, dankte Schulleiter Rainer Wittmann: »Dass Sie nicht dritteln, sondern die Integration der Flüchtlingskinder mit einbeziehen, spricht für Ihre Humanität und Ihren Überblick« Die Viertklässler überbrachten mit ihrer Lehrerin Johanna Miller den charmantesten Dank: mit einem französichen Lied und einem jauchzenden »Merci« am Ende.

Artikel als PDF downloaden